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Behindertenhilfe Portrait

Selbstbestimmt am Leben in der Gesellschaft teilhaben
Behindert zu sein ist ein häufiges Merkmal menschlicher Existenz. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens behindert zu werden, ist angesichts der Tatsache, dass über 85 % der Behinderungen durch Krankheit oder Unfall verursacht werden, für jeden Menschen in nicht geringem Maße vorhanden. Hilfen für behinderte Menschen sind deshalb letztlich keine Hilfsangebote für eine „kleine Randgruppe“ unserer Gesellschaft, sondern bilden ein System von unterschiedlichen Einrichtungen und Diensten, auf das jeder im Bedarfsfall zurückgreifen kann.



Behinderung und Behinderung ist nicht dasselbe
Die Gruppe der Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Behinderung ist keineswegs eine homogene Gruppe. 6,6 Millionen Menschen in Deutschland gelten als schwerbehindert: Der Grad ihrer Behinderung beträgt mindestens 50 %. Dies entspricht einem Anteil von etwas über 8 % der Bevölkerung. Es gibt sehr große Unterschiede hinsichtlich der Ausprägung und Schwere einer Behinderung, des Alters – der Anteil behinderter Menschen wächst stark mit zunehmenden Alter – sowie der Wohn- und Beschäftigungssituation.


In der Ausformung des Sozialstaates seit Kriegsende entstand in der Bundesrepublik ein viel gegliedertes System in der Behindertenhilfe: Schulen, Wohnheime, Frühförderstellen, Werkstätten, Tagesstätten, Förderstätten, Seniorenbeschäftigung, Familien entlastende Dienste, Freizeit- und Begegnungsangebote. Die Diakonie mit ihrem Fachverband hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich vor allem Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit besonderem Hilfebedarf zuzuwenden.


Die Diakonie hat in der helfenden Zuwendung zum Menschen mit Behinderung eine über 150-jährige Tradition, die in der Vergangenheit davon bestimmt war, zeitgemäße Hilfsangebote für Menschen mit Behinderung zu entwickeln. Diese Haltung, gleichsam als „Experten“ für die „Betroffenen“ Hilfsangebote zu konzipieren, war und ist keine Besonderheit diakonischen Handelns, sondern ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Verständnisses vom Umgang mit Menschen mit Behinderung.


Menschen mit Behinderung haben ein neues Selbstverständnis
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich jedoch das Selbstbewusstsein von behinderten Menschen in den westlichen Demokratien deutlich verändert. Sie verstehen sich selbst zunehmend als „Experten in eigener Sache“, die bei der Erarbeitung von Assistenz- und Unterstützungsangeboten mitreden und mitbestimmen wollen. Dieses neue Selbstverständnis hat auch Einfluss auf die Sozialgesetzgebung. So heißt es im von den Betroffenen, Angehörigen und Wohlfahrtsverbänden lang ersehnten, vom Bundestag im Jahr 2001 verabschiedeten Rehabilitationsgesetz (SGB IX): „Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen erhalten Leistungen nach diesem Buch, um ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken…“. Ziel dieses Gesetzes ist es, selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen. Die vom Gesetzgeber betonte Nutzerorientierung – das heißt die Stärkung der Selbstbestimmung und des Wunsch- und Wahlrechtes von Menschen mit Behinderung – wird vom Fachverband evangelische Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie e.V. ausdrücklich unterstützt.



Mit der permanenten Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung der verschiedenen Einrichtungen und Diensten innerhalb des Fachverbandes evangelischer Behindertenhilfe sind einschlägige Facharbeitskreise betraut.

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Flyer_FACHTAG_am_21.09.10.pdf

Ungewohnt geWOHNT - die Behindertenhilfe auf dem Weg in ein inklusives Geemeinwesen

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