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Psychiatrie

Psychische Störungen sind keine seltenen Erkrankungen
Die gesellschaftliche Akzeptanz psychischer Störungen ist in weiten Teilen der Bevölkerung gering. Gleichwohl liegen psychische Erkrankungen in punkto Häufigkeit und Schweregrad an zweiter Stelle aller Krankheiten. Zählt man die Folgeerkrankungen - wie Süchte - hinzu, nehmen sie sogar die Spitzenposition ein. Knapp jeder zweite Mensch in Europa erkrankt im Verlaufe des Lebens an einer psychischen Erkrankung, die zu einer schweren Beeinträchtigung führt. Auf Zeiträume von 12 Monaten umgerechnet leiden gegenwärtig etwa 10% der Menschen an einer ernsthaften psychischen Störung (in Bayern sind dies zwischen 1,1 Mio. bis 1,3 Mio. Menschen), etwa 1% erkranken im selben Zeitraum neu (in Bayern 110.000 bis 130.000 Menschen).

Aufbau von Strategien zum Selbstmanagement, zum Empowerment und zur partizipativen Versorgung
Neben Psychosen, bipolaren Störungen (manisch-depressiv), Borderline-Störungen und Demenzen, sind Depressionen, Angststörungen und Substanzstörungen am häufigsten, wobei viele Menschen mehrfach belastet sind.
Ausmaß und Folgen der Erkrankung sind dabei höchst variabel: Einige erkranken nur episodisch kurzzeitig über Wochen und Monate, andere längerfristiger. Ca. 40% sind chronisch, dass heißt über Jahre oder gar von der Adoleszenz bis an ihr Lebensende, betroffen. Die Angebote unserer Verbandsmitglieder bieten insbesondere für diesen Personenkreis vielgestaltige Hilfen beim Bewältigen des Alltags und im Annehmen der Erkrankung.

Belastung durch seelische Erkrankung
Die Mehrheit der psychischen Störungen manifestiert sich im entscheidendsten Zeitabschnitt für eine erfolgreiche gesundheitliche Entwicklung und Sozialisation – nämlich in der Kindheit und im Jugendalter. Die Befunde zeigen deutlich, dass frühe psychische Störungen vielfältige negative Effekte auf viele Bereiche des Lebens haben,  wie z.B. die berufliche Karriere, Partnerschaft und Familienleben.  Bleibt eine adäquate Behandlung einer psychischen Störung im frühen Verlaufsprozess aus, ist das Risiko für eine lebenslange Leidensgeschichte und Beeinträchtigung stark erhöht.

Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen
Die Furcht vor Stigmatisierung und Diskriminierung erschwert immer noch die Erreichbarkeit von Risikogruppen. Für den Bereich psychischer Störungen ist dies bereits gut belegt. Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung geraten daher schnell in einen Abwärtsstrudel aus einer sich verschlechternden psychischen Verfassung und einer Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ressourcen.

Es gibt keine Gesundheit ohne seelische Gesundheit
Wir  stimmen mit dem Grünbuch der Kommission der Europäischen Gemeinschaften überein, dass psychische und psychosomatische Erkrankungen zur größten Herausforderung für die Gesundheitsfürsorge der europäischen Bevölkerung geworden sind. Hierfür sprechen nicht nur die hohen Prävalenzen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, sondern auch die vorderen Rangplätze, die diese Krankheiten in den Arbeitsunfähigkeits- und Frühberentungsstatistiken der europäischen Mitgliedsstaaten einnehmen. Neben den gesellschaftspolitischen und ökonomischen Konsequenzen führen psychische und psychosomatische Erkrankungen zu großem Leid für die Betroffenen und ihr psychosoziales Umfeld. Die Bemühungen zur Vermeidung der Entstehung von psychischen Erkrankungen müssen intensiviert und verbessert werden. Daneben gehören zur Förderung der psychischen Gesundheit aber auch Maßnahmen zur frühen Erkennung und wirksamen Behandlung sowie zur psychosozialen und beruflichen Rehabilitation bei chronischen Krankheitsverläufen


Grundsätze des Arbeitskreises Psychiatrie

  • Im Mittelpunkt diakonischer sozialpsychiatrischer Hilfen steht der Mensch als Ganzes und nicht nur seine Erkrankung.
  • wir helfen und unterstützen Menschen mit einer psychischen Erkrankung individuell entsprechend ihrer aktuellen Lebenssituation.
  • wir tragen dafür Sorge, dass die Angebote gemeindenah und lebensweltorientiert sind.
  • wir fördern die Beteiligung und Mitwirkung der Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen bei der Planung und Steuerung der Hilfen und suchen den Dialog.
  • wir fordern und fördern hohe Standards an diagnostischen, therapeutischen und begleitenden Hilfen.
  • wir legen Wert auf einen niederschwelligen Zugang zu den Versorgungsangeboten.
  • wir treten ein für Kontinuität der Behandlung und Hilfe.
  • wir übernehmen Verantwortung in der Region durch Planung und Steuerung der Angebote nach dem Bedarf der Menschen mit psychischer Erkrankung.
  • wir engagieren uns bei der Prävention .
  • •    und wir streiten für die Gleichstellung psychisch kranker Menschen mit körperlich kranken Menschen .

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